Meine Philosopie

Einfach gute Bilder machen, das ist nach wie vor mein Hauptgrundsatz. Ich bin immer auf der Suche nach dem perfekten Bild zum perfekten Zeitpunkt. So kommt es vor, dass ich ein Motiv so oft aufsuche, bis ich wirklich mit dem Ergbebnis zufrieden bin..

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Einfacher Nodalpunktadapter

Avatar of Dennis SiebertDennis Siebert - 25. Juni 2016 - Allgemein

Nach meinem (nur kurzzeitigen) Umstieg auf die Sony Alpha 7 II wollte ich mir nun endlich einen kleineren transportablen Nodalpunktadapter bauen. Ich hatte mir vor Jahren schon mal einen riesen Trümmer selber gebaut. Aber der war einfach zu groß und schwer um ihn immer dabeizuhaben.
Mein jetziges System musste auch nur für einreihige Panoramen sein, was ihn deutlicher einfacher und kleiner macht.
So lässt er sich zerlegt prima in den Seitentaschen des Fotorucksacks verstauen.

Bei vielen anderen Fotografen sah ich auch schon so ähnliche Systeme. Einfach aufgebaut, meistens aus einem Makroschlitten bestehend. Diese sind aber meistens eher zu kurz für diese Anwendung. Und wenn man was gutes haben will wird's auch gleich sehr teuer. Es geht noch einfacher. Bei Amazon fand ich von Neewer eine Einstellschiene in 200mm Länge.  Am vorderen Ende eine Wasserwaage und hinten eine Arca Swiss Aufnahme.
Das ist ideal für Kameras mit einem L-Winkel, da diese eigentlich immer eine Arca Swiss Aufnahme haben.

Für meine Alpha 7 II brauchte ich dann ja auch einen L-Winkel. Da denkt man immer, dass die Dinger scheisseteuer sind, aber das ist gar nicht so. Es muss ja nicht unbedingt von Really Right Stuff sein, denn der würde für meine Kamera mal eben um die 130€ kosten. Das seh ich nicht ein. Denn günstigere Hersteller kochen auch nur mit Wasser, bzw. fräsen aus Aluminium :-) Wieder bei Amazon fand ich dann einen, wieder von Neewer. Und der hat gerade mal 16€ gekostet. Zwar gab es eine recht abschreckende Bemerkung, dass der Winkel die Kamera an mehreren Stellen beschädigen soll. was bei mir auch an einer winzigen Stelle so ist. Aber mein Gott, das ist eine Kamera, ein Werkzeug. Und solang der Winkel dran ist, wird's eh verdeckt.
Natürlich kann dieser Nodalpunktadapter auch für andere Kameras verwendet werden. Ihr braucht nur einen zu eurer Kamera passenden L-Winkel.

 

Damit man das ganze auch drehen kann ist noch ein kleiner Drehteller notwendig. Denn es ist einfach nicht sauber machbar direkt über den Stativkopf zu schwenken. Dazu müsste das Stativ selber wirklich akkurat senkrecht ausgerichtet sein. Und dann der Kopf auch. Das kann man in der Not mal machen, aber man richtet sich zu Tode aus. Das geht mit nem Teller viel einfacher. Der Teller von Mengs hat ebenfalls Arca Swiss Aufnahmen, einmal um oben die Schiene zu klemmen und unten um halt auf dem Stativ befestigt zu werden.

Da ich nicht wusste dass man bei dem Teller die untere Aufnahme abnehmen kann, hab ich zu voreilig noch einen Adapter für mein Gitzo Stativ gekauft. Das ist eine kleine Platte die man in in die Schnellwechselplattenaufnahme einschiebt. Und da schiebt man dann die entsprechende Arca Swiss Aufnahme, in meinem Fall halt der Drehteller, rein.

Das Problem war dann aber dass der Gitzo Adapter nicht so hundertprozentig passte. Entweder passte er in den Stativkopf, oder halt über den Drehteller. Beides zusammen wollte nicht. Das hätte man vielleicht mit nem Hammer „regeln“ können. Aber so soll das ja auch nicht sein. Nun stand ich vor der Frage: den Adapter nacharbeiten, oder einen radikalen Umbau. Denn eigentlich gefiel mir diese „Adapter auf Adapter auf Adapter“ Geschichte eh nicht und sah das ganze nur als Notlösung. Das sind zu viele Stellen wo „Klapper“ entstehen können.

Also ein Stativkopfumbau. Denn die ganze Geschichte war nun auch ein paar cm höher geworden. Ich hatte schon leichte Probleme das Stativ in die Tasche zu bekommen. Dazu muss vom Kugelkopf die Schnellwechselplattenaufnahme runter, die ist ja zum Glück einfach mit drei Schrauben festgeschraubt und da muss eine Adapterplatte rauf, die dann den Drehteller aufnimmt. Da ich ja Industriemechaniker bin, der eigentlich nur noch an der CNC Fräse steht und auch selber programmiere, hab ich mir dann mal so einen Adapter programmiert und gefräst. Das ganze dann noch schwarz eloxieren lassen und das sieht aus wie original.
Am liebsten hätte ich es orange eloxieren lassen, dann hätte es auch zum Stativ gepasst.

Aber unser Metallveredler hat diese Farbe leider nicht im Angebot.

Nun habe ich halt die üblichen Freiheitsgrade die ein Kugelkopf so hat plus die 360 Grad Drehmöglichkeit des Tellers. Diese wird natürlich nur bei Panoramen benötigt. Nachdem ich die Nodalpunkte alle ermittelt hatte merkte ich aber dass es evtl. Probleme mit den Filtern geben könnte. Denn die Objektive ragten eigentlich in keinem Fall vorn über die Schiene raus.

Eine kürzere Schiene geht aber auch nicht, da ich bei 16mm das vordere Schienenende schon fast komplett bis an den Drehteller schieben muss. Da war ich erstmal etwas enttäuscht, dass diese einfache Sache dann doch wieder so kompliziert werden muss. Eine halbwegs passable Lösung fand sich dann auch. Da meine Einstellschiene auf beiden Seiten den Arca Schwalbenschwanz hat, kann ich sie einfach umdrehen. Dadurch kann ich die Schiene einmal weiter am Drehteller rausziehen, weil es da keinen Anschlag gibt. Durch das Umdrehen ist natürlich die Klemmung für den L-Winkel auf der falschen Seite. Aber es gibt für alles ja eine Lösung. Ich musste also noch eine Doppelklemme kaufen. Diese kann man sich durch Lösen einer Schraube so hindrehen dass die Klemmen um 90 grad verdreht sind. Setze ich die Klemme nun oben auf den Schlitten kommt die Kamera schon ein ordentliches Stück weiter nach oben. Nun kann man die Kamera auf dem Schlitten im Zweifelsfalle so weit nach vorn schieben bis es mit dem Filtern klappt. Der Nodalpunkt wird dann über die Schiene am Drehteller eingestellt. Ich denke mal wenns trotzdem knapp wird kann man je nach Motiv auch mal ein wenig ausserhalb des Nodalpunktes arbeiten. Denn wenn man Panoramen so aus der Hand macht, oder die Kamera am Stativgewinde auf dem Stativ schwenkt befindet man sich auch gut 200mm ausserhalb des Nodalpunktes. Da wird's wohl auf ein paar mm im Notfall nicht ankommen.

 

Zum Abschluss gibts nochmal eine kleine Einkaufsliste mit den Teilen die ich hier erwähnt bzw. verbaut habe.

Ach ja: wenn ich schon beim Stativ bin. Kennt ihr das Problem wenn ihr mit dem Stativ im Wasser steht und euch schon mal der Fernauslöser ins Wasser geplumpst ist ? Dann ist diese einfache Klett Tasche eure Lösung.

 

Neewer 200mm Fokusschiene

Mengs Pan-0 Drehteller
Mengs Doppelklemme

Neewer L-Winkel für Sony Alpha 7II

Gitzo Arca Swiss Adapterplatte

Tatonka Neopren Case 2

 

 

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3 comments

Dennis Siebert

29. Juni 2016

Hallo Dirk,

 

ich habe mir einfach in der iOS Notitzen App eine Liste erstellt. Da ich auf der Schiene eh mm Angaben habe brauche ich mir da nichts "reinmeisseln" :-D

 

Gruß

Dennis


Dirk

29. Juni 2016

Hi Dennis, schön zusammengefasst! Eine Frage, die verschiedenen Nodalpunktwerte, merkst Du Dir die, schreibst Du sie auf einen Zettel oder ritzt bzw. markierst Du sie auf der Schiene? Ich hatte bei meiner Bastellösung zu Canon Zeiten geritzt, die stimmen nun bei den neuen Objektiven natürlich nicht mehr.

 

beste Grüße,

Dirk


Manfred

28. Juni 2016

Hallo Dennis,

 

Sehr informativer, unterhaltsamer Artikel! Ein großer Vorteil, wenn man sich einige Teile einfach selbst fräsen kann.

 

Viele Grüße

Manfred