Meine Philosopie

Einfach gute Bilder machen, das ist nach wie vor mein Hauptgrundsatz. Ich bin immer auf der Suche nach dem perfekten Bild zum perfekten Zeitpunkt. So kommt es vor, dass ich ein Motiv so oft aufsuche, bis ich wirklich mit dem Ergbebnis zufrieden bin..

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Jaworskyj Filtertest - Teil 1 - ND Filter

Dennis Siebert - 30. Juli 2017 - Allgemein

Nach meinem ND 1.8 Filtertest ergab sich eine Diskussion warum ich diese und jene Filter nicht mitgetestet habe. Unter anderem auch die relativ neu auf dem Markt erschienenen „Phorex by #Jaworskyj“. Das lag einfach daran dass ich mir die Testmuster alle selbst gekauft habe und irgendwo halt eine Grenze sein musste. Auch waren die Filter zu der Zeit recht schwer zu bekommen, da sie kaum im Shop erschienen, schon wieder ausverkauft waren.
Auf jeden Fall fragte mich dann nach der Diskussion mein Fotobuddy Patrick Ludolph (ja der von neunzehn72.de) ob ich denn Lust hätte die Jaworskyj Filter mal zu testen. Er kenne da jemandem von Foto Morgen ganz gut und er würde den Kontakt gerne herstellen. Ich willigte ein und der Kontakt wurde hergestellt. Erst dauerte es etwas, aber die Antwortmail war sehr positiv gestimmt. Ich erzählte was ich machen möchte und was ich letztendlich brauchte. Das Problem war zu dieser Zeit aber das die Filter nach der Veröffentlichung sehr schnell vergriffen waren. So musste ich doch ganze 3 Monate warten bis das Testpaket nun bei mir eintrudelte.

In dem Testpaket befinden sich folgende Filter: Schraubfilter in den Stärken 0.9 (Light), 1.8 (Strong) und 3.0 (Super Strong) oder anders gesagt, 8x, 64x und 1000x. Dazu noch ein Polfilter.

Dann der neue Filterhalter plus Adapterring, der passende Polfilter für den Filterhalter und die beiden neuen Glasverlauffilter 100x150mm in den Stärken 0.9 und 1.2 Soft.

Hier im ersten Teil werde ich mich erstmal auf die 3 Schraubfilter und den Polfilter beschränken. Das Filtersystem bestehend aus Halter, Polfilter und den beiden Verläufen behandele ich dann im zweiten Teil.

 

Geliefert werden die Filter in einer kleinen gepolsterten Kunstoff Klappschachtel, die in einer Pappschachtel steckt. Scheinbar hat sich in der Zwischenzeit geändert. Denn soviel ich weiss waren die Schraufbfilter anfangs in einer runden (Schraub)Dose. Aber diese Klappschachteln kenne ich auch von anderen Herstellern, wie z.B. B+W. Das hat sich bewährt. Was etwas unschön an der Schaumpolsterung der Schachtel ist, dass sie zweiteilig ist. Eine quadratische Schicht, und eine dünne Schicht mit passendem Loch für den Filter. Leider sitzt das ganze nicht so fest, dass einem dann des öfteren die obere Schicht entgegenkommt. Das ist jetzt ne Kleinigkeit, ist mir nur aufgefallen, weil ich es woanders besser gesehen hab. Wenn man die Filter vielleicht eh in einer separaten Filtertasche aufbewahrt spielt das eh keine weitere Rolle.

Die Pappschachtel zeigt auf der Vorderseite statt wie bei anderen Herstellern eine tolle Landschaft den Herrn Jaworskyj, da merkt man schon ein wenig, dass die Selbstvermarktung hier einen hohen Stellenwert hat. Hinten befindet sich eine kleine Kurzanleitung. Warum drauf hingewiesen wird Blende 9 und Iso 100 zu nutzen ist mir jetzt etwas schleierhaft. Aber o.k. jeder hat da seine Herangehensweise.

Weiter befindet sich hinten eine Umrechnungstabelle für alle drei erhältlichen ND Filter. Das ist klasse, funktioniert aber nur 100%ig wenn die Filter wirklich exakt den Wert haben, der auch angegeben ist. Sind sie stärker oder schwächer kann das Ergebnis gerade beim ND3.0 deutlich abdriften. Diese Erfahrung hatte ich mit meinen ersten ND Filtern von B+W gemacht, da musste ich die Belichtungszeit immer deutlich nach oben korrigieren. Das ist normal und kann auch bei 2 identischen Filtern die aus einer unterschiedlichen Charge stammen unterschiedlich sein. Es ist nicht weiter schlimm, man muss es nur berücksichtigen.


Abhilfe schafft da z.B. eine selbst erstellte Tabelle, die diese korrigierten Werte berücksichtigt, oder eine Smartphone App, wo man die Filterwerte korrigieren kann. Für iOS nutze ich da z.B. NDCalc2, für Android gibt es da z.B. Exposure Calculator. Wie die Phorex by #Jaworskyj dabei abschneiden wird mein Test zeigen.

Die Filter sind alle in der Slim Bauart gefertigt, dadurch sollte es keine Probleme mit bei Ultraweitwinkelobjektiven geben dass die Filterfassung in den Bildecken erscheint.

Der Komplette Filter ist 5,6mm hoch, ohne das Gewinde welches ins Objektiv geschraubt wird nur 3,2mm. Das ist sehr gut. Der Polfilter ist aufgrund seiner Eigenschaften dass er ja 2 aus Scheiben besteht, die gegeneinander verdreht werden können etwas dicker. Hier kommen wir auf 7,3 bzw. 5,4mm. So gesehen machen die Filter auf jeden Fall schon mal einen guten Eindruck. Fertigungstechnisch gibts am Filter nichts zu meckern. Ein Test bestätigte auch, dass ein ND Filter und der Polfilter übereinandergeschraubt bei 16mm an Vollformat keinerlei Probleme mit Abschattungen durch die Filterfassungen entstehen.

Test

Ich habe die Jaworskyj ND Schraubfilter mal in einen Vergleichstest geschickt. Einmal gibts ein Testfoto ohne Filter, dann mit Filter. Als drittes Bild kommt dann noch ein Testfoto mit meiner bevorzugten ND Filtermarke hinzu: Formatt-Hitech Firecrest. Mit den Filtern bin ich absolut zufrieden und konnte mit meinem ND1.8 Vergleichstest so manchen zum Markenwechsel bewegen. Lediglich der Vergleich mit dem 0.9er wurde mit einem Lee 0.9 ProGlass vorgenommen, da ich diesen bisher noch nicht gegen Formatt-Hitech ausgetauscht habe.

Die gezeigten Testaufnahmen sind unbearbeitet, lediglich habe ich in Lightroom die Objektivkorrektur bei allen Bildern angestellt, damit die Objektivfehler nicht in die Bewertung einfliessen. Aufgenommen habe ich die Bilder mit der Canon 5D Mark IV und dem 16-35 f/4 L IS. Brennweite war bei den Bildern immer 16mm.

Schraubt man den 0.9er rauf sieht alles soweit gut aus. Farblich kann ich keinerlei Abweichungen feststellen. Das Bild ist gefällig. Vergleicht man aber das Bild mit dem Bild ohne Filter fällt auf dass die Ecken im Bild schon ganz leicht dunkler werden. Es ist hier noch nicht so schlimm, das kann man noch leicht aufhellen. Der Lee verhält sich da übrigens genauso. Da sieht man eigentlich keinen Unterschied.

Beim 1.8 und 3.0er sieht das aber nun ganz anders aus. Da sieht man bei den Jaworsky Filtern deutliche Abschattungen (Vignettierungen) in den Ecken. Man hat förmlich das Gefühl durch ein Rohr zu schauen. Je stärker der Filter wird, desto stärker auch die Abdunkelung in den Ecken. Man könnte jetzt sagen „ich leb damit, ich helle das in Lightroom auf“. Das hab ich früher auch getan, aber wenn man Ecken teilweise 1-2 Blenden aufhellen muss, dann leidet die Bildqualität bei manchen Motiven drunter. Und zwar dann wenn man eh recht dunkle Stellen im Bild hat und diese noch weiter aufhellen muss. Das verstärkt dann zusätzlich das Bildrauschen in diesen Bereichen. Anzumerken ist, dass diese Abdunkelungen um so stärker sind je kürzer die Brennweite und damit der Aufnahmewinkel größer wird. Fotografiert man mit längeren Brennweiten wird dieser Fehler um so kleiner.

Dass es auch anders geht zeigen nun die beiden 1.8 und 3.0 Formatt-Hitech Firecrest Filter. Da ist von Abdunkelung in den Ecken nahezu gar nichts zu sehen. Ganz minimal ist da was, aber es sind Welten im Vergleich zum Jaworskyj Filter. Also da würde ich sagen ist noch starker Nachholbedarf in der Filterfertigung. Dieses Problem ist aber nicht ungewöhnlich und kein Einzelfall. Das habe ich auch bei Haida, Lee, B&W und Lensinghouse beobachten können. Man kann fast sagen dass der Firecrest da die seltene Ausnahme im positiven Sinne ist. Das ganze mag am Fertigungsprozess liegen. Da hat jeder Hersteller seine eigene Methode, aber scheinbar hat nur einer den "Bogen" wirklich raus.

Zu den Filterfaktoren kann ich sagen, dass eigentlich keiner wirklich stark abgewichen ist. Lediglich der 1.8er scheint minimal stärker zu sein. Das kann jetzt bei mir ein Einzelfall sein. Es kann auch sein dass bei jemand anders z.B. der 3.0er abweicht. Aber wie gesagt, es ist nicht schlimm, man muss es in bestimmten Situationen wissen, nämlich dann wenn man die Belichtungszeit anhand eines Testbildes bestimmen muss. Oftmals ist das aber gar nicht notwendig, da man sehr gut direkt im Liveview ohne Testfoto loslegen kann.

 

Hier gibt es nun erstmal einen Haufen Testfotos von den ND Filtern zu sehen. Am Ende des Tests könnt ihr die ganzen Bilder im RAW Format (DNG) noch runterladen.

Test ND: Bilder 1

Ohne Filter
Jaworskyj ND0.9
Jaworskyj ND1.8
Jaworskyj ND3.0
Lee ProGlass ND0.9
Formatt Hitech Firecrest ND1.8
Formatt Hitech Firecrest ND3.0
 

Test ND: Bilder 2

Ohne Filter
Jaworskyj ND0.9
Jaworskyj ND1.8
Jaworskyj ND3.0
Lee ProGlass ND0.9
Formatt Hitech Firecrest ND1.8
Formatt Hitech Firecrest ND3.0
 

Polfilter

Den Polfilter habe ich jetzt nicht all zu intensiv getestet. Er macht das übliche was andere Polfilter auch machen: der Himmel wird gesättigt, Spiegelungen verschwinden. Bei Polfiltern und Weitwinkelobjektiven muss man allerdings aufpassen: der Abdeckungswinkel des Objektives ist dann so hoch, dass sich die Wirkung des Polfilters innerhalb des Bildes stark ändern kann. So ist der Himmel z.B. mittig schön knackig, wird er an den Rändern etwas flauer. Das ist normal, das ist eine Eigenschaft des Polfilters und hat nicht speziell mit diesem Fabrikat zu tun. Dieser Effekt ist auf den folgenden Testbildern gut zu sehen. Daher muss man manchmal abwägen ob es doch nicht besser ist auf den Polfilter zu verzichten. Empfehlenswert ist ein Polfilter auf jeden Fall bei Wasserfällen im Wald, am besten wenn es geregnet hat. Dann kommen richtig satte Farben zum Vorschein.

Polfilter: Bilder

Fazit

Mit den #Jaworskyj ND Filtern bekommt man vor allem als Einsteiger ein brauchbares Paket welches viele Fotografen zufriedenstellen wird. Sollte man aber doch mit der Vignette unzufrieden sein, dann macht es evtl. Sinn doch mal die Fühler zu einem anderen Hersteller auszustrecken.


Praktisch kann vielleicht noch eine Fitertasche für Schraubfilter sein, jenachdem wie ihr eure Fototasche/Fotorucksack organisiert, ist es besser als die Schachteln. Für meinen Geschmack sind die Plastikschachteln nämlich zu schnell auseinandergeflogen. Ich verlinke euch mir mal ein Beispiel:
K&F Concept Filteretui. Dieses gibt es in drei verschiedenen Ausführungen, 3,4 oder 6 Fächer für Filterdurchmesser bis 82mm.

Wie versprochen verlinke ich euch hier nochmal alle RAW Dateien (DNG) in originalgröße, damit ihr nochmal genauer gucken könnt.

Ich hoffe ich konnte euch mit meinem kleinen Test etwas weiterhelfen. Beim nächsten Test geht es dann um das Filtersystem mit Einschubfiltern und Filterhalter.

 

Erhältlich sind die Filter exklusiv bei Foto Morgen.

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